Standpunkte

April 2007

Auch wenn es auf dem ersten Blick so aussieht, als sei nur die Lutherschule betroffen, hat der Ratsbeschluss zur Entwicklung der Grundschulen in Selm weitreichende Bedeutung für alle Schulen in Selm.
Wir möchten das am Beispiel Cappenberg deutlich machen:
Die Cappenberger Grundschule wird, wie 40% aller Grundschulen in NRW, einzügig geführt und ist nach der demographischen Entwicklung in keinster Weise in ihrer Existenz gefährdet. Das neue Schulgesetz erwartet jedoch, dass einzügige Grundschulen in Verbund mit anderen Grundschulen geführt werden. Diese Regelung ist allerdings eine Soll-Vorschrift, die im Ermessen des Schulträgers liegt.
D.h., die Behauptung der Verantwortlichen, der Schulstandort Cappenberg sei nur durch den Grundschulverbund zu erhalten, ist schlichtweg falsch. Ohne Not könnte die Cappenberger Grundschule ihre Selbständigkeit behalten.
Wir sehen auch keine Vorteile durch eine einheitliche Grundschule mit Bork, mit einem Lehrerkollegium, einer Schulpflegschaft und einer Schulleitung.
Beim ferngesteuerten Grundschulstandort ist nämlich aufgrund der Pendelei der Unterrichtsausfall vorprogrammiert und gewollt. Auch bei den Entscheidungsprozessen im Rahmen der Mitwirkungsorgane sind Fehlentscheidungen zu befürchten. Bestes Beispiel ist die einstimmige Zustimmung der Schulkonferenz der Grundschule Bork, die Nebenstelle Hassel zu schließen. Elternvertreter, die mehrheitlich nicht in Hassel wohnen, befürworten die Schließung der Schule, ohne die betroffenen Eltern zu hören (betroffen sind ausschließlich Kinder, die noch nicht eingeschult sind). Man fasst diesen Beschluss, obwohl die Ratsvorlage aussagt, dass Hassel geschlossen wird, um Cappenberg zu sichern, man erwähnt Cappenberg gar nicht und übersieht, dass die Schüler aus Hassel dann auf Bork oder Cappenberg aufgeteilt werden können. Zum Schaden übrigens aller Schulen, weil das größere Klassen bedeuten wird. Die Aktion hat nämlich nur einen wirklichen Grund: die Einsparung von Lehrerstellen.
Die UWG-Fraktion unterstützt das Bürgerbegehren, damit der Ratsbeschluss rückgängig gemacht wird.

Maria Lipke, Fraktionsvors. der UWG Selm

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