Standpunkte

April 2008

Presseerklärung der UWG-Fraktion zum Artikel „Ein Jahr länger Galgenfrist für Hassel“ vom 17.04.08

Es gibt den bekannten Ratsbeschluss zur Neuordnung der Grundschulen, danach darf die Grundschule in Bork ab dem Schuljahr 2008/2009 nur noch zwei Klassen pro Jahrgang im Stammgebäude einrichten. Dagegen wehrte sich die Bürgerinitiative und wies immer wieder darauf hin, dass in Bork im nächsten Jahr rund 60 Kinder eingeschult werden sollen.
Jetzt hat auch die Verwaltung dieses endlich erkannt und schlägt vor, den unsinnigen Ratsbeschluss aufzuheben.
Jetzt soll also das beschlossen werden, was die Bürgerinitiative immer gefordert hat, aber von der CDU-SPD-Mehrheit im Rat nicht akzeptiert wurde:
Der Rat der Stadt Selm soll die Dreizügigkeit der Borker Grundschule beschließen, damit die Möglichkeit gegeben wird, dass auch in Hassel im Schuljahr 2008/2009 wieder eine Klasse eingerichtet werden kann.

So weit, so gut! Aber auch dieser neue Beschluss ist mangelhaft:
1. Erneut wird betont, dass die Anzahl der Kinder unbedingt höher sein muss als 60.

2. Obwohl inzwischen die Einschulungszahlen der nächsten Jahre bekannt sind und teilweise über 60 liegen, soll wieder beschlossen werden, dass dieses die letzte Einschulung in Hassel sein soll.

3. Es sollen die Hasseler Klassen in 2 Jahren ins Stammgebäude nach Bork wechseln.

4. Man argumentiert mit Schülerzahlen aus Cappenberg.

5. Es wird erstmalig bekannt, dass Hassel nur aus Kostengründen aufgegeben werden soll.

Was bedeutet also dieser Ratsbeschluss?
Man akzeptiert keine kleinen Klassen, wenn der Echtwert unter 30 liegt! Man will aus finanziellen Gründen Hassel 2010 unbedingt schließen, um danach die Schüler (wahrscheinlich) auf dem Dachboden der Äckernschule zu unterrichten. Und da die Schülerzahlen auch in den nächsten Jahren in Bork konstant sind, in Cappenberg jedoch schwanken, kann das auch nur bedeuten, dass Borker Kinder in Cappenberg eingeschult werden müssen, damit auch dort die Klassengröße ansteigt.
Immer so, wie es gerade passt!
So abgenutzt die Parole „unsere Kinder sind unsere Zukunft“ ist, so sehr stimmt sie doch. Als Sparschweine für eine Haushaltskonsolidierung der Stadt Selm sollten sie aber jeden Fall zu teuer sein!


Maria Lipke

zurück zur Übersicht "Standpunkte"