Standpunkte

Februar/März 2007

„Lutherschule wird geschlossen“ berichteten die Ruhr-Nachrichten und teilten weiterhin mit, dass dieses aus einer Vorlage hervorgehe, die am 6.3.07 im Ausschuss für Familie und Schule beraten werde.
Dr. Hubert Seier, als Vorsitzender des Ausschusses für Familie und Schule und Fraktionsvorsitzende Maria Lipke nahmen zu dem Bericht Stellung:

„Weiter nah am Bürger" betitelte die Selmer CDU ihren Bericht über die Vorstandswahlen (RN 17.0207), „Denn um die Belange der Bürger möchten wir uns auch in Zukunft kümmern“ heißt es weiter.
Bravo, sollte man meinen, und glauben, dass nach diesen Bekenntnissen der Vorschlag zu den Grundschulschließungen zumindest von seiten der CDU vom Tisch sein müsse.
Schließlich haben sich alle Schulkonferenzen, also alle Selmer Eltern gegen den Verwaltungsvorschlag ausgeprochen. Bürgerwillen pur!!!
Irrtum: Jetzt liegt er nämlich auf dem Tisch, der Vorschlag zur Entwicklung der Grundschulen:
Entgegen dem Elternwillen wollen CDU und SPD keinen Deut von den altbekannten Vorschlägen abweichen: Die Cappenberger Schule soll Zweigstelle der Borker Schule werden, Hasseler Kinder sollen ab 2010 in Bork unterrichtet werden. Die Lutherschule wird aufgelöst, die Overbergschule vollgepackt und verliert die extra für frühkindliche Erziehung und Betreuung eingerichteten Räume. In der Lugerischule sollen Klassen mit 30 Schülern die Regel sein.
Sogar der angebliche gemeinsame Alternativvorschlag von CDU und SPD, die Lutherschule als eigenständiges System in das Overberggebäude zu integrieren, wird jetzt wieder verworfen.
Kein Wunder also, dass die Eltern das Gefühl haben, dass man ihnen von Anfang an ein mit den Schulaufsichtsbehörden abgestimmtes, fix und fertiges Konzept vorgestellt hat, und die Mitbestimmung in den Schulkonferenzen nur eine Farce war.
Dann war da noch NRW Minister Oliver Wittke zu Gast in Selm.
Er betonte, man müsse sparen, ausgenommen sei lediglich der Bereich Bildung. „Nirgends bekomme ich eine bessere Rendite als bei Investitionen in Bildung, so der Minister. Diese Aussage steht im krassen Widerspruch zum neuen Schulgesetz der Landesregierung, das große Schulen und große Klassen verlangt.
Nun können wir als Kommunalpolitiker nicht „mal eben dieses Bildungssystem, umkrempeln". Gleichwohl haben wir Handlungsspielräume. Wir müssen uns nicht zum Erfüllungsgehilfen dieser Landesregierung machen. Unsere Kinder sind uns wichtiger als voreilender Gehorsam den Schulbehörden gegenüber. Die UWG-Fraktion lehnt die Verwaltungsvorlage komplett ab und wird eigene Vorschläge einbringen.

 

 

 

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