Standpunkte

Januar 2007

In einer Presseerklärung in den Ruhr-Nachrichten befürwortete die Selmer SPD-Fraktion den in den Rieselfeldern geplanten „newPark“ und meinte: „In unseren Nachbarstädten Datteln und Waltrop ist ein modernes interkommunales Industriegebiet des 21. Jahrhundert in der Planung“.
Die UWG-Fraktion konterte: „Die Presseerklärung der SPD-Fraktion über den geplanten „newPark“ zeugt von Unkenntnis, von zusammengeschriebenen, unhinterfragten PR-Texten aus Hochglanzbroschüren der Befürworter des New Parks und damit verbundener gefährlicher Verharmlosung des Vorhabens“:


Presseerklärung zum Artikel der SPD-Fraktion vom 24.01.07 in den RN
„Arbeit wohnortnah im newPark“

Die Presseerklärung der SPD-Fraktion über den geplanten „newPark“ zeugt von Unkenntnis, von zusammengeschriebenen, unhinterfragten PR-Texten aus Hochglanzbroschüren der Befürworter des New Parks und damit verbundener gefährlicher Verharmlosung des Vorhabens in den Rieselfeldern.
Das Projekt newPark ist nämlich eine Vision der IHK Gelsenkirchen. Nach amerikanischem Modell soll dort ein Groß-Industriepark entstehen, ohne Negativliste, die bestimmte Branchen oder Betriebe ausschließt.

Deshalb ging der Hauptgeschäftsführer der IHK Nord-Westfalen, gemeinsam mit Dattelns Bürgermeister vergangenes Jahr, sozusagen als „letzte Hoffnung“, auf Werbetour in Sachen „New Park“. Sie besuchten Lünen, Selm, Olfen und Lüdinghausen. Denn nachdem bisher alle Pläne für die Rieselfelder beerdigt wurden: Großflughafen, Kernkraftwerk, Kohlekraftwerk, Mercedes, Heidelberger Druck oder BMW drängt die Landesregierung auf eine Entscheidung und Ministerin Thoben verlangt, dass die ganze Region für den newPark an einem Strang zieht.

Dieses ist aber absolut nicht der Fall. In Olfen, hofft man zwar durch den newPark noch auf die Realisierung der B 474n, ansonsten nichts Positives über den Industriepark. Lünen genehmigte 10 Minuten für den Vortrag des „märchenhaften Planes“ und auch im Rat der Stadt Selm konnten die Befürworter nicht überzeugen. Kritische Fragen stellten übrigens ausschließlich die Mitglieder der CDU und der UWG-Fraktion. Die SPD-Fraktion zeigte sich völlig uninteressiert und uninformiert. Woher kommt daher das plötzliche positive Interesse? Von den eigenen Genossen aus der Nachbarstadt Waltrop kann die Nachhilfe nicht gekommen sein: Die größten Gegner findet man nämlich in Waltrop. Als betroffenen Kommune, wurde der Plan im Stadtrat abgelehnt und besonders die Mitglieder der Waltroper SPD-Fraktion sind erklärte Gegner der Industrialisierung in den Rieselfeldern.

Auch Dortmund hat abgewunken, weil die Stadt selbst genügend gut erschlossene Standortalternativen anbieten kann, was fehlt sind die Investoren.
Diese Investoren sind auch in den Rieselfeldern nicht in Sicht, obwohl man die Flächen seit 30 Jahren weltweit wie sauer Bier anbietet.

Aber die SPD Selm findet plötzlich Gefallen an dem Plan, stört sich nicht daran, dass wir in Selm bereits jetzt von der Industrie geradezu eingekesselt sind, dass es zu enormen zusätzlichen Verkehrsbelastungen kommen würde, dass die Rieselfelder seit Jahrzehnten landwirtschaftliches Gebiet mit hohem Wert der Naherholung sind und dass mit einer Industrialisierung die letzte Frischluftschneise für unsere Stadt wegfallen würde. Auch die Diskussion, die z. Zt in Lünen über krank machende Faktoren der Luft in dieser Region und einer Häufung von Kindererkrankungen geführt werden, sind anscheinend bei der SPD-Fraktion noch nicht angekommen.


Maria Lipke
Fraktionsvors. UWG Selm

 

 

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