Standpunkte

Juli 2009

An manchen Tagen bleibt einem beim Lesen der Tageszeitung das Brötchen im Halse stecken: Da merkt endlich auch die CDU-Cappenberg, dass sie die Freiherr-vom-Stein-Schule aufgelöst hat und Frau Janssen schlägt folgenden Namen für die Verbundschule Bork/Cappenberg vor:
„Gemeinschaftsgrundschule der Stadt Selm – Freiherr vom Stein Schule auf den Äckern“
und die Cappenberger CDU ist in den Ruhr-Nachrichten überzeugt, dass der unterbreitete Vorschlag zur Namensänderung allgemeine Zustimmung finden wird.
Wir meinen, dass das klingt wie: Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihr-seine-Schule.

Dazu die entsprechende Presseerklärung der UWG-Fraktion:


Über kaum ein kommunalpolitisches Thema ist in den vergangenen Monaten und Jahren soviel gesagt worden, wie um den Verlust der Selbständigkeit der Freiherr vom Stein Schule in Cappenberg. Hochemotional und gebetsmühlenhaft wurde auch immer wieder betont, dass dadurch auch automatisch der Name der Schule verloren gehen wird.
Ein Schelm der Böses dabei denkt:
Gerade noch rechtzeitig vor der Kommunalwahl, scheinbar über Nacht, scheint diese Nachricht auch bei der Cappenberger CDU angekommen zu sein. Und die Cappenberger CDU schlägt vor, den neuen Schulverbund „Gemeinschaftsgrundschule der Stadt Selm – Freiherr vom Stein Schule auf den Äckern“ zu nennen.
Abgesehen davon, dass mich diese Namensgebung an den alten Witz von „Ernst-Kuzorra-seine-Frau-seine-Schule“ erinnert,
halte ich diesen Vorschlag für die größte Heuchelei in der ganzen Schuldebatte.
Scheinheilig wird das kritisiert, was die CDU selbst gewollt hat.
Genauso wie die Diskussion um die Hausmeisterin: Die CDU hat beschlossen, dass die Reinigung in den Schulen privatisiert wird, da nützen jetzt keine Wehklagen!
Ihr Veto hätte Frau Janssen früher anbringen müssen, zur richtigen Zeit, nämlich in den Sitzungen des Rates.
Auf Frau Janssen wartet eine Menge Arbeit, wenn sie immer erst reagiert, wenn Ratsbeschlüsse umgesetzt werden, die sie selbst mitbeschlossen hat.
Wir weisen nochmals darauf hin, Frau Janssen! Sie haben mitbeschlossen, dass im Schuljahr 2013 ca. 10 Grundschulkinder aus Cappenberg in Bork eingeschult werden müssen.


Maria Lipke

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