Standpunkte
Juli 2010

Die Gemeinschaftsgrundschule „Auf den Äckern“ der Stadt Selm
Grundschulverbund mit Teilstandort Cappenberg
würdigte in einer kleinen Feierstunde ein letztes Mal den Schulstandort Hassel.
Als ehemalige Schülerin der Schule zeigte sich UWG-Fraktionsvorsitzende Maria Lipke in einem Leserbrief betroffen:

So ist das in der Demokratie, da kämpfen Sie jahrelang für den Erhalt der Hasseler Schule und dann stehen sie sprachlos, wenn es tatsächlich soweit ist. Schluß! Aus! Feierabend. Zur Feierstunde wurde geladen. Von 11.00 bis 11.45 Uhr wurde gefeiert, dann war alles vorbei. Ein lieblos geklöppeltes Blättchen soll als Chronik dienen, unkorrekt dazu, im Auszug aus dem ersten Schülerverzeichnis aus dem Jahre 1908 spricht man von der „Einklassigen katholischen Hauptschule zu Hassel“ gemeint ist natürlich die Volksschule.
Vorbei 101 Jahre Hasseler Schule. Der 100. Geburtstag wurde vergessen, der Todestag nicht.
Die Hasseler Kinder müssen jetzt getrennte Wege gehen. Immer so wie es passt, mal Cappenberg, mal Bork. In diesem Jahr gehen die I-Männchen nach Cappenberg. Die Zweitklässler sind teilweise dort. Das dritte und vierte Schuljahr wird demnächst in Bork im Ballettraum oder in der Aula unterrichtet. Das nächste Jahr ist ungewiss! Aber immer richtig voll wird es in Bork und Cappenberg, soviel ist sicher.
Und in Hassel wird die Turnhalle für die kleinen Strolche umgebaut, nicht die Klassenräume! Wozu braucht Hassel eine Turnhalle?
Die Klassenräume sollen anders vermarktet werden.
Mieter oder Käufer bislang Fehlanzeige.
Das Schlimmste an der ganzen Situation ist, dass die neue Landesregierung ein neues Schulsystem verspricht. Der demographische Faktor soll genutzt werden um kleinere Klassen einzurichten.
Aber seien wir nicht so kleinlich, man kann nicht alles vorhersehen. Es kann was dazwischen kommen, das hatte die SPD schließlich nicht erwartet, dass es einen Wechsel in NRW geben wird. Somit hat sie auch immer noch nicht kapiert, dass sie etwas falsch gemacht hat. Und die CDU? Wen kümmert es heute noch, dass die CDU Fahrkarten für die Hasseler Kinder nach Bork versprach? Sorry, man kann sich mal vertun, es kann mal was dazwischen kommen!
Schulpolitik in Selm macht einen fertig.
Als nächstes verkauft man die Lutherschule. Ebenfalls über 100 Jahre alt, eine Wilhelminische Schule, altehrwürdig und wertvoll. Wen kümmert`s? Unterricht im Container soll auch ganz gemütlich sein, und schön warm, zumindest im Sommer.

Maria Lipke

 

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